Tedesco, Deutsch

Tedesco, Deutsch

Da Il Bar del tempo, Guanda, 1999

1.

Bartolomeo

Quando anche tu ti fermerai in questo grande

autogrill e il viso stanco

vedrai rapido

sui vetri, sull'alluminio del banco,

sarà una sera come questa

che nel vento rompe la luce

e le nubi del giorno, sarà

un grande momento:

lo sapremo io e te soli.

Ripartirai


con un lieve turbamento, quasi

un ricordo e i silenzi delle scansie di oggetti,

dei benzinai, dei loro berretti,

sentirai alle tue spalle leggero

divenire un canto.

La felicità del tempo è dirti sì,

ci sei, una forza segreta

uno sgomento ti fa, non la mia

giovinezza che cede, non l'età

matura, non il mio invecchiamento -

la nostra vera somiglianza

è là dove non si vede.

Mio figlio, mio viaggiatore,

sarà il tuo inferno, la tua virtù

questo udito da cane o da angelo

che sente all’unisono il giro dei pianeti

e la pastiglia cadere nel bicchiere

due piani sotto, dove due vecchi

si accudiscono.

Sarà questo amore strepitoso

tuo padre, quello vero.

Fermati ancora in questo autogrill,

dal buio mi piacerà rivederti…

Bartolomeo

Wenn auch du anhältst an dieser großen
Autobahnraststätte und das müde Gesicht
wirst du schnell sehen
auf den Fenstern, auf dem Aluminium der Theke

es wird ein Abend wie dieser sein
dass sich das Licht bricht im Wind
und die Wolken des Tages, es wird
ein großer Augenblick sein:
allein du und ich werden es wissen.

Du wirst wieder wegfahren

mit einer leichten Verwirrung, fast
eine Erinnerung und die Stille der Regale mit den Utensilien
der Tankstellenwärter, ihrer Mützen,
wirst du hinter deinem Rücken leicht
einen aufsteigenden Gesang wahrnehmen.

Das Glück der Zeit ist dir ja zu sagen,
du bist, eine geheime Kraft
ein Schrecken, der dich macht, nicht meine
Jugend die nachgibt, nicht das reife
Alter, nicht mein Altern –
die wahre Ähnlichkeit zwischen uns
ist dort wo man sie nicht sieht.

Mein Sohn, mein Reisender,
es wird deine Hölle sein, deine Tugend
dieses Hunde- oder Engelsgehör
das eintönig das Kreisen der Planeten hört
und das Fallen der Tablette ins Glas
zwei Stockwerke tiefer, wo zwei Alte
sich umeinander kümmern.
Es wird dies großartige Liebe sein
dein Vater, der wahre.

Bleib noch in dieser Raststätte,
aus dem Dunkel dich wieder zu sehen wird mir gefallen…

2.

Carlotta

Tu sarai una donna
ragionerai come io
non ho fatto mai. Sarai me

ma porterai la gonna.

La notte avrà un’altra
dolcezza per te,
non sentirai questa asprezza
chiudendo le mani.
Anche le grandi piogge per te
saranno canzoni.

Sarai una donna, volgerai
molto amore, amore forte
come nel mare volge l’onda,
il tuo invisibile plancton
contro la morte fonda.
Ne avrai gli spasmi e il risalire
improvviso delle risa,
il pensiero sarà alla sera
una dolce fronda
sopra gli occhi.

Sarai un miracolo per tanti,
anche senza fare niente.

Una traccia

per chi non vede più le stelle.
Apparirai come tua madre, bella,

una scintilla.

Sentirò le tue mani piccole
per sempre giocarmi sulla faccia
come foglie che il vento
muove sulla terra.

E quando sarà finita la mia guerra
e mi sfuggiranno le parole
sarai il privilegio
di una canzone alta, che non muore.

Carlotta

Du wirst eine Frau sein
du wirst denken wie ich
es nie getan habe. Du wirst ich sein

aber einen Rock tragen.

Die Nacht wird eine andere
Süße für dich bereithalten,
du wirst nicht diese Säure schmecken
wenn du die Hände schließt.
Auch die großen Regenfälle werden
Gesänge für dich sein.

Du wirst eine Frau sein, umfangen
viel Liebe, starke Liebe
wie im Meer die Welle umfängt
dein unsichtbares Plankton
gegen den tiefen Tod.
Von ihm wirst du die Zuckungen und das plötzliche
Aufsteigen des Gelächters haben,
der Gedanke wird am Abend
ein süßer Zweig
über den Augen sein.

Du wirst vielen ein Wunder sein,
auch ohne etwas zu tun.

Eine Spur

für all jene, die die Sterne nicht mehr sehen.
Wirst du wie deine Mutter erscheinen, schön,

ein Funken.

Ich werde deine kleinen Hände
für immer spüren, wie sie auf meinem Gesicht spielen
wie Blätter, die der Wind
auf dem Boden bewegt.

Und wenn mein Krieg zu Ende sein wird
und mir die Worte flüchtig werden
wirst du das Privileg sein
eines hohen Liedes das nicht stirbt.

Traduzione: Hans Rudolf Velten

3.

A Giuseppe Ungaretti,
visto di notte alla televisione leggere "I fiumi"

Non ho fiumi io,
non ho mai vissuto sporgendo
il volto sull'acqua
che quieta o vorticosa
taglia la città, nobilita o nel gorgo
ruba via tutti i pensieri.

Non ho avuto

gradoni di pietra su cui disteso
perdere sotto il sole
il lume della mente, addormentando.

Ho avuto viali,

strade larghe, rumorose, il getto alto
di tangenziali,
braccia aperte di povera madre
vene da cui entra in città
ogni genere di roba.
Ho avuto viali d'alberi
o rapide vertigini tra l'acciaio di pareti
e vetro oscuro.

Il caos

Li rende identici, sotto la pioggia
sono l'inferno,

sono frenetici.

Ma la notte, quando cade

la notte
si ridisegnano,

viali nuovi

d'ombra e di solitudine,
quando li illumina il lento
collo dei lampioni e lo spegnersi
delle ultime réclame.
Si muovono allora leggermente,
ramificano, forse rotea un poco
tutta la città;

qualcuno finisce

in faccia a un castello, a una
cattedrale, altri smuoiono
sotto i fari arancio di un nodo autostradale -
i viali la notte respirano
con le foglie dei platani, larghe, nere,
le grate dei metro e l'aria nenia
che dorme sui bambini.

Tirano il fiato quando va

il passeggero dell'ultimo tram -

I viali mi danno

una vita speciale,
che non è pianto e allegria
non è, ma una ventosità,

un andare

ancora andare
che viene da chissà che mari,
da quali valli, da grandi fiumi.

Für Giuseppe Ungaretti,
gesehen im Fernsehen bei Nacht, "Die Flüsse" lesend

Keine Flüsse habe ich,
niemals habe ich so gelebt, dass ich
das Gesicht aufs Wasser gelehnt habe
das still oder mit Wirbeln
die Stadt durchschneidet, sie adelt oder im Strudel
alle Gedanken mit sich reißt.

Ich habe keine

Steinstufen gehabt, auf denen ausgestreckt
unter der Sonne ich verlöre
das Licht des Geistes, im Einschlafen.

Ich habe Alleen gehabt,

große laute Straßen, den erhöhten
Strahl der Magistralen,
geöffnete Arme einer armen Mutter
Venen, durch die alle Arten von Dingen
in die Stadt kommen.
Ich habe baumbestandene Alleen gehabt
oder schnelle Wirbel zwischen Stahlwänden
und dunklem Glas.

Das Chaos

macht sie identisch, im Regen
sie sind das Inferno,

sie sind frenetisch.

Doch nachts, wenn die Nacht

fällt
zeichnen sich

neue Alleen ab

von Schatten und von Einsamkeit
wenn sie der müde Hals
der Laternen und das Verlöschen
der letzten Reklamen beleuchtet.
Dann bewegen sie sich leicht,
sie verzweigen sich, vielleicht dreht sich ein wenig
die ganze Stadt;

jemand hört auf

im Anblick eines Schlosses, einer
Kathedrale, andere verblassen
unter den gelben Lichtern eines Autobahnkreuzes –
die Alleen atmen in der Nacht
mit den großen, schwarzen Blättern der Platanen,
die Gitter der Metro und die luftige Litanei
die über den Kindern schläft.

Sie halten den Atem an wenn

der Fahrgast der letzten Straßenbahn –

Die Alleen geben mir

ein besonderes Leben,
das nicht Weinen ist und Freude
nicht, doch ein Windigsein,

ein Gehen

immer wieder Gehen
das von wer weiß welchen Meeren kommt,
von welchen Tälern, von großen Flüssen.

4.

Lei dal Camerun

Trattami con onore

diceva

o le mormorava la pioggia
sulla bocca in un leggero
impasto,

trattami,

ricordati che vengo dal fiume, anzi,
guarda, presto:
la posa non ho di nessun récit,
tengo le mani sul ventre, le uniche
mani, l’unico ventre,

non diceva più niente

nella sera di bellezza che aveva
io vidi venire una notte bruciante,
– ricordami con onore,

ho scritto anch’io

il mio nome su un biglietto
del tram e folgorato per sempre
in una fermata del tempo.

Trattami con l’onore

che nessuno sa più,
trovalo nel mio sperduto
amore,

cercalo senza sorridere,

credilo almeno tu.

Sie aus Kamerun

Behandle mich ehrenvoll

sagte sie

oder murmelte es der Regen
auf dem Mund in einem leichten
Mischklang,

behandle mich,

erinnere dich, dass ich vom Fluss komme, mehr noch,
sieh schnell her:
die Pose einer Erzählung habe ich nicht
ich halte die Hände auf den Bauch, die einzigen
Hände, den einzigen Bauch,

sie sagte nichts mehr

am Abend der Schönheit, die sie hatte
sah eich eine brennende Nacht kommen,
- erinnere mich ehrenvoll,

auch ich habe geschrieben

meinen Namen auf eine Fahrkarte
der Straßenbahn und vom Blitz beleuchtet für immer
an einer Haltestelle der Zeit

Behandle mich ehrenvoll

sodass niemand mehr weiß,
finde es in meine abgelegenen
Liebe,

suche es ohne zu lächeln,

glaube es zumindest du.

5.

Io non voglio diventare vecchio

Io non voglio diventare vecchio
perché lo sono già stato mille volte
e so già il buio e quella vile tempesta.

Ora che piango come vidi
pianger mio padre, la stessa ruga e la testa
abbattuta, piena di sgomento,
imparo che la giovinezza
non corre nelle sorprese
del sangue ma nello sguardo che un vento
strappa da terra

per vedere in questo duro paese
l'infinita somiglianza tra Dio
e il viso di lei tutte le sere, i rami
nudi contro il cielo, il vino
fermo nel bicchiere...

Ich mag nicht alt werden

Ich mag nicht alt werden
weil ich es schon tausendfach gewesen bin
und schon das Dunkel kenne und jenen tückischen Sturm.

Jetzt, da ich weine
wie ich meinen Vater weinen sah, dieselbe Falte und den Kopf
gesenkt, schreckerfüllt,
begreife ich dass die Jugend
nicht in den Überraschungen des Blutes
verläuft, sondern im Blick, den ein Wind
der Erde entreißt

um in diesem harten Land
zu sehen die unendliche Ähnlichkeit Gottes
mit ihrem Gesicht allabendlich, die Zweige
nackt gegen den Himmel, den Wein
still im Glas…

Da Avrebbe amato chiunque, Guanda, 2003

6.

Oceano, cucina

I

Verrebbe da dire: me la sono cavata,
fermo stanotte

al tavolo della cucina

mentre qui intorno nelle migliaia di appartamenti
come in strani cunicoli sospesi per l’aria

dormono tutti

e l’argento della pioggia finisce nel buio.

Verrebbe da dire:

me la cavo con l’affitto e sorrido ai miei debiti, ma
cos’è ancora questo vino luminoso
e violasangue che mi esce tra i denti,
le notizie come stelle terribili in mente

non si dissolvono i fantasmi d’amore seduti,
la luce sale, li sbianca,

sono il viso

di donne, le mani di stracci, carta pesta
e amici che si voltano nell’acqua degli anni.

Il mio amore non sta ancora fermo,
mi alzo ed esco in terrazza, il cuore è un puma
sulle alture, ho gli occhi di mio figlio,
stanotte è la prima notte del mondo.

II

Verrebbe da dire: me la posso
cavare.

Ma una volta mi fermai

sul molo di Stone Island
in un mattino splendido, ghiacciato
nel mezzo della corsa
della mia esistenza

– e sentii

tutta l’oscurità del mare,
l’enigma, il suo respirare

che arriva in questa cucina, in una città
italiana, nel silenzio spogliato,

ed è il vibrare del frigorifero

a trovare la stessa nota dell’oceano,

la luce del video

acceso a nessuno
rende a queste stanze un chiarore di fondale.

Verrebbe da dire: me la sono
cavata, ma non è mai detto e non è
nemmeno giusto da dire
se l’infinito un giorno

e molti giorni in una vita
ti tiene a visitare.

Ozean Kuche

I

Man wollte sagen: ich habe es geschafft,
bewegungslos heute Nacht

am Küchentisch

während ringsum in den tausenden von Wohnungen
wie in seltsamen, in der Luft hängenden Höhlen

alle schlafen

und das Silber des Regens im Dunkeln erlischt.

Man wollte sagen:

ich schaffe es mit der Miete und lächle über meine Schulden, doch
was ist noch immer dieser leuchtende Wein
und lila Blut, das mir austritt durch die Zähne,
die Nachrichten wie furchtbare Sterne im Kopf

lösen sich nicht auf die Geister der Liebe im Sitzen,
das Licht steigt, es macht sie blass,

es sind die Gesichter

der Frauen, die Hände von Lumpen, Pappmaché
und Freunde, die sich umdrehen im Wasser der Jahre.

Meine Liebe ist noch nicht bewegungslos,
ich stehe auf und trete auf den Balkon, das Herz ein Puma
auf den Höhen, habe ich die Augen meines Sohnes,
heute Nacht ist die erste Nacht der Welt.

II

Man wollte sagen: ich kann es
schaffen.

Doch einmal blieb ich

an der Mole von Stone Island
an einem strahlenden Morgen, eisig
inmitten des Laufes
meiner Existenz

- und ich spürte

die ganze Dunkelheit des Meeres,
sein Rätsel, sein Atmen

das in diese Küche kommt, in eine Stadt
in Italien, in der entkleideten Stille,

und es ist das Summen des Kühlschranks

um den gleichen Ton des Ozeans zu finden,

das Licht des Videorecorders

für niemanden eingeschaltet
verleiht diesen Zimmern das Leuchten der Tiefe.

Man wollte sagen: ich habe es
geschafft, aber es ist nicht gesagt und noch
nicht einmal gerechtfertigt zu sagen
wenn die Unendlichkeit eines Tages

und viele Tage in einem Leben
dich besuchen kommen.

7.

Voler bene

Voler bene a una persona
è un lungo viaggio - -

rupi, cadute d’acqua e bui
improvvisi, dilatati
il chiuso di foreste,
lampi a volte
sul silenzio così vasto del mare

e strade sopraelevate, grida

viali immersi all’improvviso
in una luce sconosciuta.

Voler bene a uno, a mille, a tutti
è come tener la mappa al vento.
Non ci si riesce ma il cuore
me l’hanno messo al centro del petto
per questo alto, meraviglioso fallimento.

Sugli altipiani di ogni notte
eccomi con le ripetizioni e le mani rovesciate della poesia:
non farli stare male, sono tuoi, non farli andare via

Zu lieben

Eine Person gern zu haben
ist eine lange Reise - -

Felswände, Wasserfälle und plötzliches
Dunkel, aufgespalten
die Abgeschlossenheit der Wälder,
manchmal Blitze
auf die so ausgedehnte Stille des Meeres

und erhöhte Straßen, Rufe

Alleen, die plötzlich eintauchen
in ein unbekanntes Licht.

Einen gern haben, tausende, alle gern haben
ist wie die Karte in den Wind halten.
Es gelingt nicht, doch das Herz
haben sie mir mitten in die Brust gesetzt
für dieses hohe, wunderbare Scheitern.

Auf den Hochebenen jeder Nacht
finde ich mich wieder mit den Wiederholungen und den umgekehrten Händen der Poesie:
lass sie nicht leiden, es sind deine, lass sie nicht weggehen

Poesie tradotte